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Warum rechtssichere Websites kein Luxus sind

Von Viacheslav Spitsyn

Die unterschätzte Gefahr

Viele Unternehmer sehen ihre Website als digitale Visitenkarte — einmal erstellt, selten aktualisiert. Doch im deutschen Rechtsraum ist eine Website ein juristisches Dokument. Fehlende Pflichtangaben im Impressum, ein falscher Cookie-Banner oder eine nicht barrierefreie Seite können teuer werden.

Seit Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) auch für viele digitale Angebote. Zusammen mit der DSGVO und dem TDDDG entsteht ein Regelwerk, das die meisten KMU unterschätzen.

Was wir bei über 500 Scans gelernt haben

Mit unserem Tool WebPrüfer haben wir hunderte deutscher Unternehmenswebsites geprüft. Die häufigsten Probleme:

  • Impressum: Fehlende Pflichtangaben (Handelsregister, Berufsbezeichnung, USt-IdNr.)
  • Cookie-Banner: Consent wird nicht korrekt eingeholt — Google Analytics lädt vor der Einwilligung
  • DSGVO: Fehlende oder veraltete Datenschutzerklärung, kein Hinweis auf Auftragsverarbeitung
  • SSL: Kein HSTS, Mixed Content, veraltete TLS-Versionen
  • Barrierefreiheit: Fehlende Alt-Texte, zu geringe Kontraste, keine Tastatur-Navigation

Über 50% der geprüften Websites hatten mindestens einen kritischen Mangel.

Was „rechtssicher” konkret bedeutet

Eine rechtssichere Website ist kein Hexenwerk. Es bedeutet:

  1. Impressum nach §5 DDG — mit allen Pflichtangaben für Ihre Unternehmensform
  2. Datenschutzerklärung nach DSGVO — aktuell, vollständig, mit allen genutzten Diensten
  3. Cookie-Consent nach TDDDG — technisch korrekt implementiert, nicht nur ein Banner
  4. SSL/TLS — HSTS aktiviert, kein Mixed Content, aktuelle Protokolle
  5. Barrierefreiheit nach BFSG — WCAG 2.1 AA als Mindeststandard

Der erste Schritt

Bevor Sie investieren, sollten Sie wissen, wo Sie stehen. Ein kostenloser Scan mit WebPrüfer zeigt Ihnen in Sekunden, welche Bereiche Ihrer Website Handlungsbedarf haben.


Sie möchten Ihre Website rechtssicher machen? Starten Sie mit einer kostenlosen Ersteinschätzung — oder prüfen Sie Ihre Website direkt.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn meine Website nicht DSGVO-konform ist?
Bei DSGVO-Verstößen drohen Abmahnungen (500–1.500 €), Bußgelder durch Aufsichtsbehörden (bis zu 20 Mio. € oder 4% des Jahresumsatzes) und Schadensersatzforderungen. Häufigste Ursachen: fehlende oder veraltete Datenschutzerklärung, Google Fonts über externe Server und fehlerhafter Cookie-Consent.
Gilt das BFSG auch für kleine Unternehmen?
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gilt seit Juni 2025 für Unternehmen, die digitale Produkte oder Dienstleistungen für Verbraucher anbieten. Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und unter 2 Mio. € Jahresumsatz sind teilweise ausgenommen — allerdings nur bei Dienstleistungen, nicht bei Produkten.
Wie kann ich prüfen, ob meine Website rechtssicher ist?
Mit einem automatisierten Scanner wie WebPrüfer (web-pruefer.de) können Sie Ihre Website kostenlos auf über 90 Parameter prüfen lassen — darunter DSGVO, BFSG, Impressumspflicht, SSL und Cookie-Consent. Der Scan dauert wenige Sekunden und zeigt konkrete Handlungsempfehlungen.
Was kostet eine Abmahnung wegen fehlendem Impressum?
Eine Abmahnung wegen fehlerhaftem oder unvollständigem Impressum kostet typischerweise 500–1.500 € (Anwaltskosten + Unterlassungserklärung). Bei Google-Fonts-Verstößen wurden durch das LG München 100 € Schadensersatz pro Seitenaufruf zugesprochen, was bei Serienabmahnungen deutlich teurer werden kann.