In 8 Phasen zum Relaunch — ohne Rankings und Nerven zu verlieren
Sie haben sich entschieden: Die Website wird neu gebaut. Jetzt geht es nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie. Genau hier scheitern die meisten Projekte — nicht am Design, sondern am Ablauf. Diese Seite ist der vollständige Projektplan: acht Phasen von der Vorbereitung bis nach dem Launch, ein konkreter Redirect-Plan, realistische Kosten und eine abhakbare Checkliste am Ende.
Noch unsicher, ob sich der Aufwand lohnt? Dann lesen Sie zuerst, wann sich ein Relaunch wirklich lohnt → . Wer den Schritt schon gehen will, ist hier richtig.
Das Wichtigste in Kürze
- Ablauf: 8 Phasen — Vorbereitung, Planung, Design/UX, Entwicklung, Content-Migration, Testing/QA, Launch, Nach-Launch.
- Dauer: 8 bis 16 Wochen für ein typisches KMU-Projekt.
- Kosten: ab 4.900 € (einfacher Relaunch) bis 25.000 €+ (komplex). Inhalte, Migration und SEO = 30 bis 40 Prozent des Budgets.
- SEO-Sicherung: ein 301-Redirect-Plan ist Pflicht — er hält 90 bis 95 Prozent der Rankings.
- Förderung: go-digital, Digital Jetzt und Landesprogramme fördern bis 50 Prozent — Antrag vor Projektstart.
Relaunch oder Redesign? Erst die Begriffe klären
Beide Begriffe werden oft verwechselt, kosten aber völlig unterschiedlich.
- Redesign: neue Optik, gleiche Technik und Struktur. Schneller, günstiger, kein Redirect-Plan nötig.
- Relaunch: neue Technik, oft neues CMS, neue URL-Struktur, überarbeitete Inhalte. Hier entscheidet die SEO-Sicherung über Erfolg oder Sichtbarkeits-Verlust.
Diese Seite behandelt den Relaunch. Wer nur die Optik auffrischt, braucht die Hälfte der folgenden Schritte nicht — aber genau das sollte vorher klar sein.
Der Relaunch-Ablauf: 8 Phasen im Detail
Ein Relaunch läuft nicht in elf losen Punkten ab, sondern in einer festen Reihenfolge. Jede Phase baut auf der vorigen auf. Wer Phase 4 beginnt, bevor Phase 1 sauber abgeschlossen ist, zahlt das später doppelt.
Phase 1 — Vorbereitung & Analyse (Woche 1–2)
Bevor irgendjemand ein Layout zeichnet, klären Sie zwei Dinge: Wo stehen Sie, und wo wollen Sie hin.
- Geschäftsziel festlegen. Was soll die neue Seite messbar besser machen? Konkret, nicht “moderner”. Beispiel: “Mobile Conversion Rate von 1,2 auf 3 Prozent” oder “30 Prozent der Termine über Online-Buchung”.
- Inhalts-Audit der alten Seite. Welche Seiten bringen Sichtbarkeit, welche Anfragen? Über Search Console und Analytics in 4 bis 6 Stunden ermittelbar. Faustregel: 20 Prozent der Seiten bringen 80 Prozent des organischen Traffics. Diese müssen überleben.
- Pre-Launch-Snapshot. Dokumentieren Sie vor dem Go-Live den Ist-Zustand: Rankings der Top-Keywords, Backlink-Profil, Traffic pro Seite. Ohne Snapshot können Sie nach dem Launch nicht beweisen, ob der Relaunch geholfen oder geschadet hat.
Beispiel: Eine Steuerkanzlei aus Leipzig mit 14 Seiten stellt im Audit fest, dass drei Ratgeber-Artikel 70 Prozent der organischen Anfragen bringen. Diese drei behalten im neuen Konzept ihre URLs und werden inhaltlich ausgebaut — der Rest wird zusammengelegt.
Phase 2 — Planung & Konzept (Woche 2–4)
Jetzt entsteht das Gerüst: Zielgruppe, Struktur, Technik.
- Zielgruppe und Such-Intention. Über welche Suchanfragen sollen Kunden Sie finden? Was erwarten sie in den ersten fünf Sekunden? Mehr dazu im SEO Sachsen Leitfaden.
- Neue Seitenstruktur und URL-Konzept. Welche Seiten bleiben, welche entfallen, welche kommen neu? Hier entsteht die Grundlage für den Redirect-Plan (Phase 5).
- CMS-Entscheidung. WordPress, Astro, Next.js oder Webflow? Die Wahl hängt an drei Fragen: Wer pflegt die Inhalte? Welche Funktionen sind nötig? Welche Performance-Anforderungen gibt es? Eine reine Marketing-Seite läuft auf Astro oder Next.js oft schneller und wartungsärmer. Eine Seite mit häufigen Inhalts-Änderungen durch nicht-technische Redakteure ist auf WordPress oder Webflow meist besser aufgehoben. Mehr dazu unter WordPress SEO 2026.
Phase 3 — Design & UX (Woche 3–6)
- Design-Rahmen abstecken. Drei bis fünf Vorbilder, drei Anti-Vorbilder. Ein einseitiges Design-Briefing verhindert wochenlange Geschmacks-Diskussionen.
- Mobile zuerst denken. Über 60 Prozent der B2B-Suchen 2026 laufen mobil. Das Design muss auf dem Smartphone funktionieren, nicht nur am Desktop.
- Im B2B-Mittelstand wirken nüchterne, klar strukturierte Layouts oft vertrauenswürdiger als verspielte. Wer auf “kreativ” optimiert, verliert leicht an “seriös”.
Phase 4 — Entwicklung (Woche 5–9)
- Technische Pflicht-Standards 2026: HTTPS mit aktuellem TLS, Core Web Vitals grün für Mobile (LCP unter 2,5 Sekunden), barrierefreie Umsetzung nach BFSG-Logik, DSGVO-konformes Consent-Management ohne Dark Patterns, Schema.org-Markup für relevante Inhaltstypen.
- Inhalts-Verantwortung klären. Wer schreibt die Texte, bis wann? Hier scheitern erschreckend viele Projekte: Die Seite steht, die Texte fehlen seit Monaten. Text-Erstellung durch die Agentur verteuert das Projekt um 25 bis 40 Prozent — das muss budgetiert sein.
Phase 5 — Content-Migration & Redirect-Plan (Woche 7–10)
Das ist die SEO-kritische Phase. Hier entscheidet sich, ob Ihre Rankings den Umzug überleben.
- Assets migrieren. Bilder, Dokumente, Referenzen, Blog-Beiträge, Logos. Diese Migration kann 5 bis 30 Prozent des Projektaufwands ausmachen und wird oft unterschätzt.
- 301-Redirect-Plan erstellen (Details im nächsten Abschnitt).
Phase 6 — Testing & QA (Woche 9–11)
- Alle Seiten auf mehreren Geräten und Browsern prüfen.
- Formulare manuell absenden und Eingang verifizieren.
- Redirect-Liste komplett durchtesten (jede alte URL aufrufen).
- Tracking und Consent prüfen: Lädt Analytics erst nach Einwilligung?
Phase 7 — Launch / Go-Live (Woche 11–12)
Ein Relaunch geht nie Montag um 9:00 Uhr live. Üblich: nach Geschäftsschluss an einem Werktag, idealerweise Mittwoch oder Donnerstag — nie freitags vor dem Wochenende. Direkt nach dem Go-Live: Redirects scharf schalten, Sitemap in der Search Console neu einreichen, erste 404-Checks.
Phase 8 — Nach-Launch & Monitoring (ab Woche 12)
Die ersten 72 Stunden sind kritisch.
- Server-Logs auf 404-Fehler prüfen.
- Search Console auf Crawling- und Indexierungs-Fehler beobachten.
- Alle Formulare und Tracking-Pixel erneut testen.
- Rankings gegen den Pre-Launch-Snapshot vergleichen.
Danach beginnt die laufende Betreuung — ohne sie ist die Website in 12 bis 18 Monaten wieder veraltet.
Der 301-Redirect-Plan: so sichern Sie Ihre Rankings
Die häufigste Ursache für Sichtbarkeits-Verlust beim Relaunch ist ein fehlender oder fehlerhafter Redirect-Plan. So machen Sie es richtig.
301 statt 302. Ein 301-Redirect bedeutet “dauerhaft umgezogen” und vererbt die Ranking-Signale der alten URL an die neue. Ein 302 bedeutet “temporär” — Google behält die alte URL im Index und überträgt die Signale nicht. Für einen Relaunch ist fast immer 301 richtig.
Jede alte URL bekommt ein Ziel. Erstellen Sie eine Tabelle mit drei Spalten: alte URL, neue URL, Status (umgesetzt / offen). Jede alte URL wird auf die thematisch passendste neue Seite geleitet — nicht pauschal auf die Startseite, das wertet Google als “Soft 404”.
Redirect-Ketten vermeiden. Leiten Sie direkt auf das Endziel. Eine Kette A→B→C kostet Crawl-Budget und Ladezeit; jede Station verliert ein wenig Signal. Wenn alte Weiterleitungen existieren, schreiben Sie sie auf das finale Ziel um.
PDFs und Bilder nicht vergessen. Verlinkte Prospekte, Preislisten und eingebundene Bilder haben eigene URLs und oft eigene Rankings. Sie gehören in den Plan.
Nach dem Launch prüfen. Rufen Sie jede alte URL einmal auf und kontrollieren Sie, ob die 301 sauber greift. Tools wie der Screaming Frog oder ein einfaches Server-Log-Audit decken vergessene URLs auf.
Beispiel: Bei der Steuerkanzlei aus Leipzig ergibt das Audit 41 alte URLs. 38 werden per 301 auf neue Seiten gemappt, drei veraltete Aktions-Seiten gehen auf die passende Leistungsseite. Ergebnis nach vier Wochen: Sichtbarkeit stabil, kein Ranking-Einbruch.
Wie lange dauert ein Relaunch?
| Phase | Dauer |
|---|---|
| Vorbereitung & Analyse | 1–2 Wochen |
| Planung & Konzept | 2 Wochen |
| Design & UX | 2–3 Wochen |
| Entwicklung | 3–5 Wochen |
| Content-Migration & Redirects | 2–3 Wochen |
| Testing & QA | 1–2 Wochen |
| Launch | wenige Tage |
| Gesamt | 8–16 Wochen |
Phasen überlappen sich in der Praxis. Der größte Zeitfaktor ist fast nie die Technik, sondern die Inhalts-Lieferung durch das Kundenteam.
Was kostet ein Relaunch? (Vier Stufen)
Diese Seite ist unsere verbindliche Kosten-Referenz. Realistische Investitionsrahmen 2026:
- Einfacher Relaunch (8 bis 12 Seiten, Standard-Stack, kein Custom-Code): ab 4.900 €
- Mittlerer Relaunch (15 bis 30 Seiten, individuelles Design, Standard-Funktionen): ab 8.000 €
- Komplexer Relaunch (Mehrsprachigkeit, Buchungssystem, Custom-Funktionen): ab 15.000 €
- Großprojekt (Custom-Entwicklung, Shop, ERP-Integration): ab 25.000 €
Versteckte Kosten, die oft fehlen
Der reine Bau-Preis ist selten der entscheidende Posten. Diese drei werden in der ersten Schätzung gern übersehen und machen zusammen 30 bis 40 Prozent des Budgets aus:
- Inhalts-Erstellung. Texte schreiben dauert länger und kostet mehr, als die meisten planen.
- Daten- und Asset-Migration. Je nach Umfang 5 bis 30 Prozent des Aufwands.
- SEO-Sicherung. Redirect-Plan, Snapshot, Monitoring — Arbeit, die nicht sichtbar ist, aber über Erfolg entscheidet.
Wo man am falschen Ende spart
Wer beim Redirect-Plan, bei der Inhalts-Qualität oder beim Post-Launch-Monitoring kürzt, spart vierstellig und verliert fünfstellig an entgangenen Anfragen. Das ist der teuerste “Rabatt” eines Relaunches.
ROI: Wann rechnet sich der Relaunch?
Rechnen Sie nicht über den Preis, sondern über entgangene Anfragen.
Beispiel: Eine Website bringt aktuell 6 Anfragen pro Monat, eine schnellere und besser strukturierte Seite realistisch 9 — also 3 zusätzliche. Bei einem durchschnittlichen Auftragswert von 1.500 € und einer Abschlussquote von 25 Prozent sind das rund 1.125 € Mehrumsatz pro Monat. Ein Relaunch für 8.000 € amortisiert sich so in gut 7 Monaten — danach arbeitet er für Sie.
KI-Sichtbarkeit beim Relaunch mitdenken (AEO)
2026 zitieren KI-Suchsysteme wie ChatGPT, Perplexity und Googles KI-Antworten Websites direkt in ihren Antworten. Ein Relaunch ist der beste Moment, die Seite dafür vorzubereiten — danach ist es ein eigenes Projekt.
- Klar strukturierte Überschriften und kurze, präzise Antworten auf echte Fragen.
- FAQ- und Schema.org-Markup, damit Maschinen Inhalte sauber auslesen.
- Eindeutige Aussagen statt Marketing-Floskeln — KI zitiert das, was eine Frage konkret beantwortet.
Wer das beim Relaunch einbaut, wird in KI-Antworten sichtbar, nicht nur in der klassischen Trefferliste. Mehr dazu unter KI-Sichtbarkeit / AEO.
Förder-Optionen für deutsche KMU 2026
Mehrere Programme können Teile eines Relaunches finanzieren. Wichtig: Der Antrag muss vor Vertragsabschluss erfolgen — ein gestartetes Projekt ist in der Regel nicht mehr förderfähig.
- go-digital (BMWK). Fördert Beratung und Umsetzung in Modulen wie “Digitalisierte Geschäftsprozesse” und “Digitale Markterschließung”. Förderquote bis 50 Prozent, Höchstsumme typischerweise 16.500 €. Antrag über autorisierte Beratungsunternehmen.
- Digital Jetzt (BMWK). Fördert Investitionen in digitale Soft- und Hardware. Förderquote 30 bis 50 Prozent je nach Unternehmensgröße.
- Landesprogramme. Sachsen bietet den “Digitalbonus.Sachsen” mit bis zu 50 Prozent; Bayern, NRW und weitere Länder haben vergleichbare Programme.
Förderung senkt die Eigeninvestition, ändert aber nichts am Bedarf. Sinnvoll ist sie dort, wo ohnehin ein klarer Relaunch-Bedarf besteht.
Die 5 häufigsten Fehler beim Relaunch
- Kein 301-Redirect-Plan. Sichtbarkeit verschwindet, ohne dass jemand merkt warum.
- Inhalte verzögern das Projekt. Die Seite steht, die Texte fehlen seit Monaten.
- Scope wächst ungeplant. Aus 8.000 € werden 18.000 €, weil “noch eine Funktion” und “noch eine Seite” dazukamen.
- Kein Pflegeplan nach Launch. Nach 12 Monaten ist die neue Seite technisch wieder fragil.
- Falsches CMS für die Redaktion. Ein eleganter Stack, den niemand im Team pflegen kann, wird zur Frustquelle.
Komplett-Checkliste zum Abhaken
Alle Schritte auf einen Blick — drucken oder in Ihr Projekt-Board kopieren:
- Geschäftsziel messbar formuliert
- Inhalts-Audit der alten Seite erstellt
- Pre-Launch-Snapshot (Rankings, Backlinks, Traffic) gesichert
- Zielgruppe und Such-Intention definiert
- Neue Seitenstruktur und URL-Konzept festgelegt
- CMS-Entscheidung getroffen
- Design-Briefing (Vorbilder + Anti-Vorbilder) erstellt
- Technische Standards 2026 als Anforderung gesetzt
- Inhalts-Verantwortung und Liefertermine geklärt
- Assets vollständig migriert
- 301-Redirect-Plan (alte URL → neue URL → Status) erstellt
- Redirect-Ketten geprüft und aufgelöst
- Testing auf Geräten, Browsern, Formularen, Tracking
- Launch-Termin außerhalb der Geschäftszeiten geplant
- Sitemap nach Launch neu eingereicht
- 404- und Crawling-Monitoring eingerichtet
- KI-/AEO-Struktur (Schema, FAQ, klare Antworten) umgesetzt
- Förder-Antrag (falls passend) vor Projektstart gestellt
- Pflegeplan für nach dem Launch vereinbart
Fazit: Ein guter Relaunch ist ein Projekt, kein Design
Ein Relaunch gelingt nicht über die schönste Farbpalette, sondern über die Reihenfolge: erst analysieren, dann planen, dann bauen — und die SEO-Sicherung nie weglassen. Wer den 8-Phasen-Ablauf und den Redirect-Plan ernst nimmt, behält seine Rankings und gewinnt an Geschwindigkeit, Struktur und Anfragen.
Mehr zum technischen Hintergrund unter Webdesign und zur SEO-Erhaltung im SEO Sachsen Leitfaden.
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